Klassische Musik
Horatiu Radulescu

Der aus Rumänien stammende Komponist Horatiu Radulescu (1942-2008) war eine zentrale Figur der Spektralmusik, einer Strömung, die er durch seinen radikalen Umgang mit Klang und Harmonie mitprägte. In den 1990er-Jahren in Clarens und dann in Vevey ansässig, ruht er auf dem Friedhof von Clarens.
Horatiu Radulescu: der Erfinder des Spektralklangs, am Genfersee zurückgezogen
Flucht aus Rumänien
Der 1942 in Bukarest geborene Horatiu Radulescu lernte die Geige privat bei Nina Alexandrescu, selbst Schülerin von George Enescu. Doch als Komponist sollte er sein Jahrhundert prägen.
1969 verliess er, vom kommunistischen Regime verdächtigt, „imperialistische Musik“ zu komponieren, Rumänien in Richtung Paris. In sein Geburtsland sollte er dreiundzwanzig Jahre lang nicht zurückkehren.
Vor Grisey und Murail
Radulescu ist einer der Väter der Spektralmusik, jener Strömung, die Musik aus der Analyse des Klangspektrums selbst aufbaut. Ihre Grundlagen legte er bereits 1969, noch vor den französischen Komponisten Gérard Grisey und Tristan Murail, mit denen die Bewegung meist verbunden wird.
Theoretiker ebenso wie Schöpfer, erfand er Begriffe wie die „spektrale Skordatur“ und einen „plasmatischen“ Umgang mit dem Klang. Seine radikale Musik suchte das Innere der Klänge selbst hörbar zu machen.
Die letzten Jahre in Clarens und Vevey
Mitte der 1990er-Jahre liess sich Radulescu in der Schweiz nieder: zuerst in Clarens, dann in Vevey.
Er starb am 25. September 2008 in Paris an Krebs, doch begraben ist er auf dem Friedhof von Clarens. Dort gesellt er sich zu einer kleinen Gemeinschaft von Musikern, Magaloff, Szigeti, Boller, als hätte sich der Hügel von Clarens zur Aufgabe gemacht, jene aufzunehmen, die die Musik an den See geführt hatte.
Zugehörige Orte
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Foto folgtDer stille Friedhof oberhalb von Clarens, auf dem David Richards, der Produzent der Mountain Studios, ruht.