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Tanz

Joséphine Remy

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Joséphine Remy

Joséphine Remy (geboren 1989 in Vevey, aufgewachsen in Blonay) ist eine Waadtländer Tänzerin und Choreografin, eine Leitfigur des „Heels“-Tanzes, die für einige der grössten Namen der Musik getanzt hat: von Chris Brown, French Montana, 50 Cent oder Snoop Dogg bis zu den Reggaeton-Stars Bad Bunny, Myke Towers und Jhay Cortez sowie Shania Twain. Bevor sie New York und dann Los Angeles eroberte, hatte sie mit 17 Jahren ihre Hip-Hop-Schule K-Unik in Vevey gegründet. „Ich habe alle meine Träume verwirklicht, selbst die verrücktesten“, sagt sie.

Joséphine Remy, von Vevey auf die grössten Bühnen

Von Blonay zu den Hip-Hop-Battles

Als Kind von Blonay tanzt Joséphine Remy seit jeher: erste Stunden mit vier, Liebe auf den ersten Blick zum Hip-Hop mit dreizehn. Nach der Street-Dance-Ausbildung D.Master in Lausanne eröffnete sie mit nur 17 Jahren zusammen mit ihrem Weggefährten Mamadou Kalombo (Mams) ihre Schule K-Unik in Vevey.

In einem Porträt der Zeitung Le Temps aus dem Jahr 2023 lächelt sie darüber: „Ich habe alles verkehrt herum gemacht: Normalerweise bildet man sich aus und eröffnet dann eine Schule. Eigentlich wollten wir uns nur ein bisschen Taschengeld verdienen, aber nach einem Monat hatten wir schon 200 Leute in unseren Kursen.“ Das Abenteuer dauerte sieben Jahre und hielt junge Menschen, oft aus einfachen Familien, von der Strasse fern.

New York, ein Schock

Eine Lehre bei der Credit Suisse ermöglichte ihr durch einen glücklichen Zufall, ihren Traum zu finanzieren: 2014 trat sie in die renommierte Peridance-Schule in New York ein. Der Schock war hart, erzählt sie Le Temps: „Ich glaube, in den ersten drei Monaten in New York habe ich ununterbrochen geweint. Es war ein echter Schlag, denn in der Schweiz gehörte ich zu den Besten, und dort angekommen begriff ich, dass das überhaupt nicht der Fall war.“

Sie tauschte die Turnschuhe gegen Absätze und lernte Ballett, Gesang und Schauspiel: „Mein erstes Casting war für Madonna, mein zweites für Beyoncé, und ich fiel aus dem Rahmen in diesem Saal voller sexy, selbstbewusster Frauen.“

Für die Stars tanzen

Ab 2017 beschleunigt sich alles: ein Clip von Chris Brown, dann das MetLife Stadium vor 80’000 Menschen mit French Montana und Faith Evans. 2018 liess sie sich in Los Angeles nieder und unterschrieb bei der grossen Agentur Go 2 Talent, die ihr die grössten Castings öffnete.

Fortan tanzte sie für 50 Cent, Snoop Dogg, die Reggaeton-Stars Bad Bunny, Myke Towers und Jhay Cortez, den Kolumbianer J Balvin bei den Grammy Awards 2022 oder Shania Twain bei den People’s Choice Awards 2022. „Ich hatte das Glück, in allen grössten Arenen der Ostküste bei Konzerten dabei zu sein, ich war in den ganzen USA und sogar in Lateinamerika auf Tournee“, erzählte sie 2022 der Zeitung 24 heures.

Heels, eine Therapie durch Tanz

Joséphine Remy möchte ihren Weg weitergeben. Regelmässig zurück in der Schweiz, gründete sie Talents Factory, um die Tänzerinnen des Landes zu professionalisieren. „Heels – der Tanz auf Absätzen – ist eine Therapie durch den Tanz“, fasst sie in Le Temps zusammen.

Es ist auch eine Art, Frauen Selbstvertrauen zurückzugeben. „Manchmal halten sich kurvigere Frauen wegen der Blicke der anderen zurück. Als wären Absätze und diese Weiblichkeit grossen, schlanken Mädchen vorbehalten. Das will ich aufbrechen“, sagte sie 24 heures. Denn im Grunde entspringt alles demselben Impuls: „Der Tanz lässt mich entfliehen, als gäbe es nichts mehr um mich herum, und ein absolutes Glück empfinden. Es ist ein totales Klischee, aber der Tanz ist wirklich mein ganzes Leben.“

Der Heels-Dance, dieser aus den USA stammende Stil, in dem die Waadtländerin Joséphine Remy glänzt (RTS, 2022).