Klassische Musik
Josef Krips
Josef Krips (1902-1974) war einer der grossen Dirigenten des 20. Jahrhunderts, berühmt für einen Mozart von klarer Selbstverständlichkeit. In Wien geboren und Schüler von Felix Weingartner, dirigierte er in Karlsruhe in sieben Jahren dreiundsiebzig verschiedene Opern, bevor der Nationalsozialismus seine Laufbahn zerbrach: 1933 wegen der jüdischen Herkunft seines Vaters aus Deutschland vertrieben, nach dem Anschluss von jeder Tätigkeit ausgeschlossen, überlebte er, indem er heimlich in einer Fabrik arbeitete. 1945 war er es, den man bat, das Musikleben Wiens wiederzubeleben. Seine Beziehung zu Montreux war dauerhaft: Er lebte in Territet, war einer der ersten grossen Gönner des Septembre Musical und dirigierte es siebenmal, von 1952 bis 1971.
Josef Krips: vom Wiener Untergrund an die Quais von Territet
Eine vom Nationalsozialismus zerbrochene Laufbahn
1902 in Wien geboren, begann Josef Krips als Geiger an der Volksoper, bevor er Chordirektor und dann Dirigent wurde. Als Schüler von Felix Weingartner wurde er mit neunundzwanzig Musikdirektor in Karlsruhe und dirigierte dort in sieben Jahren dreiundsiebzig verschiedene Opern. Bayreuth und Salzburg riefen ihn.
1933 vertrieben ihn die Nationalsozialisten aus Deutschland: Sein Vater war jüdischer Herkunft. Er zog sich an die Wiener Staatsoper zurück, bis zum Anschluss 1938. Er versuchte es in Belgrad, doch 1940 erreichte der Krieg Jugoslawien, und nach Österreich konnte er nur zurück, indem er heimlich als Fabrikarbeiter arbeitete.
1945, in einer zerstörten Stadt, war er es, den Wien bat, wieder den Taktstock zu ergreifen und das Musikleben der Stadt wiederzubeleben.
Siebenmal an der Spitze des Septembre Musical
Krips liess sich in Territet an den Quais von Montreux nieder, und seine Verbundenheit mit der Riviera beschränkte sich nicht auf den Wohnsitz: Er war einer der ersten grossen Gönner des Septembre Musical, des Festivals für klassische Musik von Montreux-Vevey.
Er dirigierte es siebenmal, 1952, 1954, 1958, 1960, 1964, 1965 und 1971, was ihn zu einer der beständigsten Dirigentenfiguren der Festivalgeschichte macht. Seine Frau Harrietta wohnte Ende der 1990er-Jahre noch immer in Territet.
Der Musikkritiker Numa F. Tétaz fasste seine Kunst so zusammen: Bei ihm scheint die Musik aus der Quelle zu fliessen, und diese Selbstverständlichkeit beruht auf einem seltenen Gleichgewicht zwischen ästhetischer Vollkommenheit und der Absage an den Akademismus.
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© Septembre Musical Montreux-Vevey Eines der ältesten Festivals für klassische Musik der Schweiz, 1946 gegründet, das jeden Herbst seine Konzerte vom Auditorium Stravinski bis zum Schloss Chillon entfaltet.