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Klassische Musik

Paul Hindemith

Paul Hindemith (1895-1963), Komponist, Bratschist, Pädagoge und Dirigent, verbrachte die letzten zehn Jahre seines Lebens an der Riviera. Nachdem seine Musik vom NS-Regime als „entartet“ erklärt worden war, verliess er Deutschland 1938 in Richtung Schweiz und danach in die Vereinigten Staaten. 1951 kehrte er als Professor für Musikwissenschaft in Zürich nach Europa zurück und liess sich 1953 mit seiner Frau Gertrud in der Villa La Chance in Blonay oberhalb von Vevey nieder. Als man ihn drängte, endgültig nach Deutschland zurückzukehren, lehnte er ab. Im November 1963 dirigierte er in Wien die Uraufführung seiner „Messe“; er erkrankte und starb am 28. Dezember in Frankfurt. Er ruht auf dem Friedhof von La Chiésaz in Saint-Légier, wenige Minuten von seinem Haus entfernt. In Blonay hat heute die Hindemith-Stiftung ihren Sitz.

Paul Hindemith: zehn Jahre in Blonay und die Weigerung zurückzukehren

Eine als „entartet“ erklärte Musik

Paul Hindemith war einer der meistgespielten Komponisten Deutschlands, als das NS-Regime seine Musik den „entarteten“ Werken zuordnete. Als führender Bratschist, Pädagoge und Dirigent erlebte er, wie sein Schaffen zunehmend verboten wurde.

Er verliess Deutschland 1938 in Richtung Schweiz und ging danach in die Vereinigten Staaten, wo er unterrichtete. Der Bruch war vollständig: Er sollte nie wieder in seinem Land leben.

Die Villa La Chance

Hindemith kehrte 1951 als Professor für Musikwissenschaft in Zürich nach Europa zurück. Zwei Jahre später liess er sich mit seiner Frau Gertrud in der Villa La Chance in Blonay oberhalb von Vevey nieder.

Man drängte ihn, endgültig nach Deutschland zurückzukehren, wo seine Rehabilitierung vollzogen war und man ihm alles bot. Er lehnte ab. Blonay blieb sein Ankerpunkt für seine letzten zehn Jahre: Von dort brach er auf, um in ganz Europa zu dirigieren und zu unterrichten, und dorthin kehrte er zurück.

Dreiundzwanzig Jahre später sollte David Bowie dasselbe Dorf wählen, um Los Angeles und seinen Exzessen zu entkommen. Zwei sehr unterschiedliche Exile, am selben Hang.

Wien, Dezember 1963

Im November 1963 reiste Hindemith nach Wien, um die Uraufführung seiner „Messe“ zu dirigieren, seines letzten vollendeten Werks. Kurz darauf erkrankte er.

In ein Frankfurter Spital gebracht, starb er dort am 28. Dezember 1963 an einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung. Am 4. Januar 1964 wurde er auf dem Friedhof von La Chiésaz in Saint-Légier beigesetzt, wenige Minuten vom Haus in Blonay entfernt.

Was an der Riviera geblieben ist

In Blonay hat die Hindemith-Stiftung ihren Sitz, die sein Werk und seine Archive betreut. Eine Silhouette des Wegs „Rencontres & Inspiration“ ist ihm im Dorf gewidmet.

Die Villa La Chance, in der er seine letzten zehn Jahre verbrachte, ist Privatbesitz. Sein Grab liegt auf dem Friedhof von La Chiésaz in Saint-Légier.

Zugehörige Orte

  • Silhouette de Paul HindemithSilhouette „Rencontres & Inspiration“Ort öffnen →

    In Blonay oberhalb von Vevey die Silhouette des deutschen Komponisten, der sich nach dem Krieg weigerte, nach Deutschland zurückzukehren, und hier sein Leben beschloss.