Jazz, Soul & Blues
Champion Jack Dupree

Champion Jack Dupree (1910-1992), Blues- und Boogie-Woogie-Pianist aus New Orleans, ehemaliger Profiboxer — daher sein Spitzname —, war einer jener Barrelhouse-„Professoren“, die eine Brücke zwischen dem Blues und Europa schlugen, wo er sich niederliess.
Champion Jack Dupree: Blues at Montreux
17. Juni 1971: mit King Curtis
Am 17. Juni 1971 teilte Champion Jack Dupree im Casino de Montreux die Bühne mit dem Saxofonisten King Curtis, begleitet von Cornell Dupree an der Gitarre, Jerry Jemmott am Bass und Oliver Jackson am Schlagzeug. Das Konzert erschien 1973 unter dem Titel „Blues at Montreux“ bei Atlantic.
Der Abend hat einen besonderen Beigeschmack: Weniger als zwei Monate später, am 13. August 1971, wurde King Curtis in New York ermordet. Diese wenigen Montreux-Minuten gehören zu seinen letzten Aufnahmen, an der Seite eines Pianisten, der direkt aus den Barrelhouses von New Orleans kam.
Juli 1970: am Herd
Ein Jahr vor der Platte mit King Curtis war Champion Jack Dupree schon in Montreux — aber nicht nur auf der Bühne. Im Juli 1970 betrieb er am Festival einen Stand mit Spezialitäten aus New Orleans: Sein Vertrag, so erzählt man, sah vor, dass er je nach Appetit des Publikums kochen oder spielen würde. Als brillanter Musiker und ausgezeichneter Koch verkörperte er ganz allein den unbeschwerten Geist der frühen Ausgaben (RTS).