Chanson & Unterhaltung
Jean Villard-Gilles

Der 1895 in Montreux geborene Waadtländer Dichter und Chansonnier Jean Villard, genannt Gilles (1895-1982), war einer der Väter des französischschweizerischen Chansons. Als Kabarettpionier mit seinen Duos Gilles et Julien und später Gilles et Urfer schrieb er „Les Trois Cloches“, von Édith Piaf verewigt, und „La Venoge“, das zu einem Waadtländer Wahrzeichen wurde. Eine Gedenktafel weist an der Avenue des Alpes auf sein Geburtshaus hin.
Jean Villard-Gilles: von Montreux zu Piaf und ein Cabaret gegen den Nationalsozialismus
Geboren an der Avenue des Alpes, am 2. Juni 1895
Jean Villard wurde am 2. Juni 1895 in Montreux geboren. Eine Gedenktafel weist heute an der Avenue des Alpes auf sein Geburtshaus hin. Er nahm den Künstlernamen Gilles an, unter dem er zu einem der Väter des französischschweizerischen Chansons wurde.
Seine Ausbildung war nicht die eines Chansonniers, sondern die eines Theatermanns: Er arbeitete in den Truppen von Jacques Copeau, einer der prägenden Figuren der französischen Bühne des frühen Jahrhunderts. Danach bildete er mit Aman Maistre Julien das Duo „Gilles et Julien“, das ihm in Paris seinen Ruf verschaffte.
Ein Cabaret, gegen den Nationalsozialismus eröffnet
1940, als Europa kippte, gründete Gilles in Lausanne zusammen mit Edith Burger das Cabaret „Coup de Soleil“. Der Ort war kein blosses Unterhaltungstheater: Er wurde zu einem antinazistischen Sammelpunkt, in einem neutralen Land, in dem Vorsicht die Regel war.
Diese Entscheidung verpflichtet einen Künstler, den man vor allem für seine heimatverbundenen Lieder kennt. Sie erinnert daran, dass das welschschweizerische Chanson damals nicht nur eine Sache von Landschaften war.
Der Mann, der Jacques Brel engagierte
1947 eröffnete Gilles in Paris sein eigenes Cabaret, „Chez Gilles“. Dort hörte er einen unbekannten jungen Belgier und engagierte ihn auf der Stelle: Jacques Brel.
Derselbe Mann pflegte eine dauerhafte Freundschaft mit Édith Piaf, die mehrere seiner Kompositionen sang und bekannt machte, allen voran „Les Trois Cloches“. Zu seinem Umfeld zählten auch Ernest Ansermet, Jean Poiret und Michel Serrault; er begegnete Charles-Ferdinand Ramuz.
„La Venoge“ und was geblieben ist
„La Venoge“, ein Gedicht über den kleinen Waadtländer Fluss, ist zu einem kantonalen Sinnbild geworden; die eigenhändigen Manuskripte wurden vom Staatsarchiv erworben. Ausserhalb der Schweiz bleibt „Les Trois Cloches“, getragen von Édith Piaf, sein bekanntestes Lied.
Eine Tafel kennzeichnet sein Geburtshaus an der Avenue des Alpes in Montreux, und in Clarens trägt ein Park seinen Namen. Er starb am 26. März 1982 in Vevey, wenige Kilometer von seinem Geburtshaus entfernt.
Zugehörige Orte
▸Parc Jean Villard-GillesÖffentlicher ParkOrt öffnen →

Ein Park in Clarens, gewidmet dem 1895 in Montreux geborenen Chansonnier, Autor der von Piaf gesungenen „Trois Cloches“.
▸Maison natale de Jean Villard-GillesGeburtshausOrt öffnen →

© Visit Montreux Das Gebäude, in dem am 2. Juni 1895 Jean Villard, genannt Gilles, Waadtländer Dichter und Chansonnier, geboren wurde.