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Patrick Juvet

Patrick Juvet

Der 1950 in Montreux geborene Patrick Juvet (1950-2021) gelangte vom französischschweizerischen Schlager bis an die Spitze des weltweiten Disco. Als Model und späterer Sänger feierte er mit „Où sont les femmes?“ und „I Love America“, mitgeschrieben mit Jean-Michel Jarre, riesige Erfolge, bevor er die amerikanischen Clubs eroberte. Als seiner Region verbundenes Kind des Landes kehrte er zum Aufnehmen in die berühmten Mountain Studios in Montreux zurück, das Studio von Queen: Dort entstanden die Gesangssessions für „Still Alive“ (1980), und im September und Oktober 1981 nahm er dort das Album „Rêves immoraux“ auf, produziert vom Haustoningenieur David Richards.

Patrick Juvet: das Kind von Montreux, das bei Queen aufnehmen kam

Von Montreux in die amerikanischen Clubs

Patrick Juvet wurde am 21. August 1950 in Montreux geboren. Model, bevor er Sänger war, traf er Anfang der 1970er-Jahre den französischen Komponisten Jean-Michel Jarre: Ihre Zusammenarbeit begann mit dem Album „Love“ (1973) und gipfelte 1977 in „Paris by Night“, das „Où sont les femmes?“ enthält.

Es folgte die Eroberung Amerikas mit den Disco-Titeln „Got a Feeling“ und „I Love America“. Innerhalb weniger Jahre stand ein an der Waadtländer Riviera geborener Junge an der Spitze der New Yorker Tanzflächen.

Die Rückkehr in die Heimat, ins Studio von Queen

Als die Disco-Zeit vorbei war, kehrte Juvet dorthin zurück, wo er geboren wurde, um aufzunehmen. Die Gesangssessions für das Album „Still Alive“ (1980) entstanden in den Mountain Studios in Montreux.

Im Jahr darauf kehrte er für eine ganze Platte zurück: „Rêves immoraux“ wurde im September und Oktober 1981 in den Mountain Studios aufgenommen, die damals Queen gehörten. Für die Produktion sorgte David Richards, der Haustoningenieur, ebenjener, der die Alben von Queen koproduzierte und mit David Bowie arbeitete, mit dem Juvet bereits zusammengearbeitet hatte.

Die Platte erschien 1982 bei Barclay.

„Rêves immoraux“: ein von Dabadie geschriebener Skandal

Für den Titelsong komponierte Juvet die Musik und wandte sich an Jean-Loup Dabadie, einen der grossen französischen Textdichter. Nach zwei verworfenen Anläufen schrieb Dabadie nach den Vorgaben des Sängers einen Text über Bisexualität, ganz aus Traumbildern und verbotenem Begehren.

Die Single erschien im Frühjahr 1982. Trotz starker Radiopräsenz sorgte ihr Inhalt für einen Skandal, dabei hatte Frankreich Homosexualität gerade erst entkriminalisiert. Sie erreichte Platz 42 der französischen Charts, verkaufte sich rund 65 000 Mal und hielt sich neun Wochen in der Hitparade, vom 18. April bis 13. Juni 1982.

Diese im Studio von Queen in Montreux entstandene Platte bleibt eine der persönlichsten seiner Laufbahn.

Was in Montreux geblieben ist

Sein Haus stand im Vallon de Villard, oberhalb von Montreux. Er nahm in den Mountain Studios auf, aus denen inzwischen die Ausstellung Queen: The Studio Experience geworden ist.

Drei Reportagen des RTS, 1977 und 1978 gedreht, zeigen ihn ganz am Anfang seiner Laufbahn. Er starb am 1. April 2021 in Barcelona im Alter von 70 Jahren.

Videos

„A star is born“, RTS-Reportage (1978)

„La solitude“, Porträt von Patrick Juvet (RTS, 1977)

„Un autographe please“, RTS-Reportage (1978)

Zugehörige Orte

  • Queen: The Studio ExperienceAusstellungOrt öffnen →
    Queen: The Studio Experience
    © Visit Montreux

    Die kostenlose Ausstellung in den echten Mountain Studios, wo Queen zwischen 1978 und 1995 sieben Alben aufnahm.

  • Maison de Patrick JuvetPrivatresidenzOrt öffnen →
    Maison de Patrick Juvet
    © Marie-Lan Nguyen, CC BY 4.0, Wikimedia Commons

    Das Kind der Stadt, das zum Disco-Star wurde: Sein Elternhaus liegt versteckt im Tal von Villard.

  • Le PlatinumVerschwundene DiskothekOrt öffnen →
    Le Platinum
    © Collection Lucette Kuhn

    Die Diskothek des Casinos, wo Patrick Juvet mehrmals Freddie Mercury begegnete.

In Montreux aufgenommene Musik

1982

Rêves immoraux

Aufgenommen im September und Oktober 1981 in den Mountain Studios, damals im Besitz von Queen, produziert von David Richards. Auf einen Text von Jean-Loup Dabadie über Bisexualität sorgte der Titelsong bei seinem Erscheinen 1982 trotz starker Radiopräsenz für einen Skandal.

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