Jazz, Soul & Blues
Carlos Santana

Carlos Santana kam am 20. Juni 1970 ins Casino von Montreux, weniger als ein Jahr nach Woodstock: Er war zweiundzwanzig und hatte gerade die lateinamerikanische Perkussion in den Rock geholt. Er hörte nie auf zurückzukehren. Ihn und Claude Nobs verband eine über vierzigjährige Freundschaft, bis zum Konzert im Juli 2011 gemeinsam mit John McLaughlin, eines der letzten, denen Nobs beiwohnte. 2025 spielte Santana noch immer beim Festival.
Carlos Santana: fünfundfünfzig Jahre Treue
20. Juni 1970: zehn Monate nach Woodstock
Als Santana am 20. Juni 1970 die Bühne des Casino de Montreux betrat, lag ihr Auftritt in Woodstock zehn Monate zurück. Die Band war für Europa noch eine Entdeckung, und Claude Nobs hatte sie früh verpflichtet, das war seine Methode: Künstler holen, bevor sie unerschwinglich wurden.
Das Festival war erst vier Jahre alt. Eine Latin-Rock-Band bei einem Jazzfestival zu programmieren, war damals gewagt; genau diese Vermischung der Genres sollte den Ruf von Montreux begründen.
Claude Nobs hatte Carlos Santana vor seinem Ruhm entdeckt. 1968 hatte er in San Francisco seine Santana Blues Band gesehen, die Blues und südamerikanische Perkussion mischte: „Ich sagte ihm: Ich hätte dich gern in Montreux.“ Der Gitarrist kam 1970, mit seiner ursprünglichen Besetzung, und kehrte viele Male zurück (Claude Nobs, „Le petit prince du jazz“, Le Matin, 2011).
Eine vierzigjährige Freundschaft mit Claude Nobs
Aus diesem ersten Konzert erwuchs eine Beziehung, die mehr als vier Jahrzehnte hielt. Santana kam regelmässig wieder, das Festival veröffentlichte unter anderem „Carlos Santana Presents Blues at Montreux 2004“, und er gehörte zum engen Kreis des Gründers.
Am 1. Juli 2011 teilte er die Montreuxer Bühne mit dem Gitarristen John McLaughlin, im Beisein von Claude Nobs. Es sollte einer der letzten grossen gemeinsamen Momente sein: Nobs verunglückte am 24. Dezember 2012 beim Langlaufen und starb am 10. Januar 2013.
Im Juli 2012, im Jahr darauf, wurde Santanas Büste im Garten des Palace enthüllt, wenige Monate vor dem Tod von Claude Nobs. Der Gründer des Festivals erlebte also noch, wie die Statue seines Freundes zu jenen stiess, die er zusammengetragen hatte.
Was in Montreux geblieben ist
Seine von Marco Zeno geschaffene und im Juli 2012 eingeweihte Büste zeigt ihn mit zum Himmel erhobenen Armen, die Gitarre an sich gedrückt: das Bild seiner Bühnenpräsenz schlechthin. Sie wurde von Barbara J. Riley Claude Nobs geschenkt, wie die anderen Büsten im Garten des Montreux Palace.
Santana spielte 2025 am Festival: fünfundfünfzig Jahre nach seinem ersten Konzert steht er noch immer auf dem Programm.
Videos
Santana an der Rose d’Or de Montreux (RTS, 1971)
Zugehörige Orte
▸Buste de Carlos SantanaBüsteOrt öffnen →

© Visit Montreux Der Gitarrist, die Arme zum Himmel, die Gitarre an sich gedrückt: eine Büste voller Freude von Marco Zeno (2012).
▸Montreux Jazz FestivalFestival / Kongresszentrum 2M2COrt öffnen →

© Visit Montreux Das Herz des Festivals seit 1993: unter einem Dach das Auditorium Stravinski und die Säle, die jeden Sommer die halbe Musikgeschichte empfangen.

