Säle & Bühnen
Casino de Montreux

- Typ
- Casino / Veranstaltungsort
- Adresse
- Rue du Théâtre 9, 1820 Montreux
Kein Ort bündelt die Musikgeschichte von Montreux so sehr wie sein Casino. Hier gab Claude Nobs ab 1967 die ersten Ausgaben des Montreux Jazz Festival, und hier fand auch die Fernsehkonkurrenz Rose d’Or statt. Am 4. Dezember 1971 setzte während eines Frank-Zappa-Konzerts eine Leuchtrakete die Rattandecke in Brand: Das Gebäude wurde vollständig zerstört. Vom anderen Ufer aus beobachtete Deep Purple, wie sich der Rauch über den See legte, und zog daraus „Smoke on the Water“. Das Casino wurde wiederaufgebaut und 1975 neu eröffnet. In seinem Inneren entstanden die Mountain Studios, die Queen 1979 kaufte und in denen die Band bis 1991 aufnahm; das ehemalige Studio ist heute die kostenlose Ausstellung Queen: The Studio Experience. Das Casino hatte auch seine Nächte: Die Diskothek Platinum wurde dort Anfang 1979 eröffnet. Spielsäle, Konzertsäle, ein legendäres Studio und ein Museum unter einem Dach, das Casino bleibt der Ausgangspunkt fast aller auf dieser Website erzählten Geschichten.
Das Casino de Montreux, fast anderthalb Jahrhunderte Musik
1881: der Kursaal, Herz des Kurorts
Das Casino de Montreux entstand 1881 als Kursaal, im Zentrum des mondänen Lebens des Kurorts. Sein Orchester, ab 1889 von Oskar Jüttner und ab 1912 vom jungen Ernest Ansermet geleitet, gab täglich Konzerte und holte namhafte Solisten, von Pablo de Sarasate bis Pablo Casals.
1934: Louis Armstrong, der erste Jazz
1934 trat Louis Armstrong mit dreiunddreissig Jahren im Casino-Kursaal auf, im Rahmen der Abende „Kursaal Dancing“: er war der erste Jazzmusiker, der in Montreux spielte, mehr als dreissig Jahre vor der Gründung des Festivals. So empfing die Stadt den Jazz lange bevor sie zu einer seiner Welthauptstädte wurde.
Die Rose d’Or von Montreux (ab 1961)
Ab 1961 empfing der Kursaal die Rose d’Or, das grosse internationale Fernsehfestival, das Montreux weltweit bekannt machte und die grössten Namen der Unterhaltung anzog.
Am 20. April 1964 empfing das Festival die Rolling Stones, die im Casino eine Folge der britischen Fernsehsendung „Ready, Steady, Go!“ aufzeichneten. Es war ihr allererster Auftritt ausserhalb Grossbritanniens. Zwanzig Jahre später, im Mai 1984, trat Queen für die Rose d’Or im Petit Palais in Playback auf.
1967: das Montreux Jazz Festival entsteht hier
1967 gründete Claude Nobs das Montreux Jazz Festival, dessen erste Ausgaben im Casino stattfanden. Dort feierte das Publikum Ella Fitzgerald, Nina Simone und Keith Jarrett, bevor die Veranstaltung das heute bekannte Ausmass annahm.
4. Dezember 1971: der Brand und „Smoke on the Water“
Am 4. Dezember 1971, während eines Konzerts von Frank Zappa und den Mothers of Invention, schoss ein Zuschauer eine Leuchtrakete in die Decke: das Casino ging in Flammen auf und brannte vollständig nieder. Vom anderen Ufer aus sah Deep Purple, zum Aufnehmen nach Montreux gekommen, den „Rauch auf dem Wasser“ und zog daraus sein berühmtestes Riff. Zum Weiterlesen: das Dokumentationsdossier zum Casino-Kursaal, mit seinen Quellen (PDF-Dokument).
Im wiederaufgebauten Casino verbirgt sich ein Detail: Die Balustrade ist mit Noten verziert, jenen des Riffs von „Smoke on the Water“.
1975: Wiederaufbau, Mountain Studios und das Platinum
Das Casino wurde wieder aufgebaut und 1975 neu eröffnet. Dort richtete man das Aufnahmestudio Mountain Studios ein, das Queen kaufen sollte und in dem David Bowie arbeiten sollte; 1979 öffnete dort auch die Diskothek Platinum. Heute lässt sich das ehemalige Studio besichtigen: es ist die kostenlose Ausstellung Queen: The Studio Experience, ergänzt durch die Queen Tribute Wall, die der Band huldigt.
Heute: das Casino Barrière und das Riviera Café
Heute ist das Casino Barrière in erster Linie ein Spielhaus, mit seinen Spielautomaten und Spieltischen, doch die Musik hat den Ort nie verlassen: Seit 2024 beherbergt es wieder Bühnen des Montreux Jazz Festival, das Riviera Café, und empfängt jedes Jahr die Montreux International Guitar Show und das Rock Tribute Festival.
2022 stellte das Video zu „Face It Alone“, dem letzten unveröffentlichten Queen-Lied mit der Stimme von Freddie Mercury, die Mountain Studios so nach, wie sie das Casino einnahmen.
Verbundene Künstler :Louis ArmstrongDeep PurpleFrank ZappaClaude NobsQueenFreddie MercuryThe Rolling StonesErnest AnsermetOskar JüttnerYvette GuilbertKeith HaringNina Simone


