Festivals & Veranstaltungen
Montreux Jazz Festival

- Typ
- Festival / Kongresszentrum 2M2C
- Adresse
- 2M2C, Montreux Music & Convention Centre, Avenue Claude-Nobs 5, Montreux
1967 von Claude Nobs gegründet, wurde das Montreux Jazz Festival im Casino aus der Taufe gehoben, mit drei Jazzabenden und einer Handvoll Zuschauer. Heute belegt es zwei Wochen lang jeden Juli das 2M2C, Montreux Music & Convention Centre, ein weitläufiges Gebäude an den Quais, das das Auditorium Stravinski (fast 4000 Plätze), das Montreux Jazz Lab, den Montreux Jazz Club und den zu Ehren von Quincy Jones umbenannten Saal vereint. Das erklärt, warum ein und dasselbe Festival so viele Adressen hat: Die Bühnen haben im Lauf der Jahrzehnte Namen und Gebäude gewechselt, das Casino der Anfänge, der Pavillon, die Miles Davis Hall, doch das Ereignis selbst hat das Seeufer nie verlassen. Das Wort „Jazz“ ist geblieben, das Programm nicht: Rock, Soul, Pop, Elektro und Hip-Hop hielten ab den 1970er-Jahren Einzug. Die audiovisuellen Archive des Festivals, die nahezu sämtliche seit 1967 gefilmten Konzerte bewahren, sind in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen.
Von drei Jazzabenden zum Weltdokumentenerbe
Von drei Jazzabenden zur Legende
Das Festival entstand 1967, ersonnen von Claude Nobs zusammen mit Géo Voumard und René Langel. Die allererste Ausgabe, drei Abende im Casino, versammelte eine Handvoll Zuschauer um das Charles Lloyd Quartett (Live from Montreux).
Der Erfolg war sofort da. Dank seiner Kontakte in der Plattenindustrie holte Claude Nobs die ganze Geschichte des Jazz nach Montreux, dann, ab den 1970er-Jahren, Rock, Soul und Pop: Led Zeppelin, Pink Floyd, Santana oder Frank Zappa traten dort auf. Der Name „Jazz“ blieb, das Programm öffnete sich.
Von 1991 bis 1993 übernahm Quincy Jones die künstlerische Leitung und liess das Festival in High Definition aufzeichnen, eine Weltpremiere. Seit dem Tod von Claude Nobs 2013 wird das Festival von Mathieu Jaton geleitet.
Der „Montreux Sound“
Schon bei der ersten Ausgabe 1967 liess Claude Nobs die Konzerte aufnehmen, zunächst in Audio und ab 1968 in Video, was damals selten war. Mitte der 1970er-Jahre wurde der Konzertton live am Pult der Mountain Studios im Casino vom Toningenieur David Richards abgemischt: Diese Mischung aus Jazz, Rock und Pop ergab den „Montreux Sound“. In den ersten fünfzig Jahren folgten achtzehn Bandformate aufeinander, insgesamt mehr als elftausend Stunden Video und sechstausend Stunden Audio.
Das Weltdokumentenerbe und das Montreux Jazz Digital Project
1988 stellte Claude Nobs fest, dass einige Originalbänder verschwunden waren; er kaufte sie zurück und baute neben seinem Chalet einen klimatisierten Raum, um sie zu bewahren. 2007 gab seine Begegnung mit Patrick Aebischer, dem Präsidenten der EPFL, den Anstoss zum Montreux Jazz Digital Project: der Digitalisierung der vierzehntausend Bänder der Sammlung. „It’s the most important testimonial to the history of music, covering jazz, blues and rock“, sagte der Produzent Quincy Jones 2009. Nach dem Tod von Claude Nobs 2013 gründete sein Lebensgefährte Thierry Amsallem die Claude Nobs Foundation und liess die Sammlung ins Weltdokumentenerbe der UNESCO aufnehmen, mit Unterstützung von Herbie Hancock und Quincy Jones.
In Bildern












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