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Rock, Pop & Metal

Iggy Pop

Iggy Pop

Der 1947 geborene amerikanische Sänger Iggy Pop, mit den Stooges eine Gründerfigur des Punk, verdankt Montreux das meistverkaufte Album seiner Laufbahn. Im April und Mai 1986, nach vier Jahren ohne Platte, nahm er in den Mountain Studios „Blah-Blah-Blah“ auf, produziert von seinem alten Weggefährten David Bowie und vom Haustoningenieur David Richards. Diese Platte, die offenkundig kommerziellste seiner Karriere, war zugleich die letzte Zusammenarbeit der beiden.

Iggy Pop in Montreux: die Platte, die ihn wieder aufrichtete

Vier Jahre Stille

Mitte der 1980er-Jahre hatte Iggy Pop seit vier Jahren nichts veröffentlicht. Der Pate des Punk, dessen Einfluss gewaltig war, verkaufte keine Platten.

Es war David Bowie, der seine Hilfe anbot. Die beiden kannten sich seit Berlin: Bowie hatte 1977 „The Idiot“ und „Lust for Life“ produziert, zwei Alben, die zu Klassikern wurden. Diesmal war das Vorhaben ein anderes, es ging darum, bewusst eine Platte zu schreiben, die sich verkauft.

In den Mountain Studios, mit Bowie und Richards

Das Album wurde Ende April und im Mai 1986 in Montreux in den Mountain Studios aufgenommen. Bowie produzierte es zusammen mit David Richards, dem Haustoningenieur, der das Studiopult seit seinem einundzwanzigsten Lebensjahr bediente.

Ein wesentlicher Unterschied zu den Berliner Alben: Diesmal spielte Bowie kein einziges Instrument. Er beschränkte sich aufs Produzieren und auf Backgroundgesang. Drei Titel entstanden gemeinsam mit Steve Jones, dem früheren Gitarristen der Sex Pistols, und die Platte enthält eine Coverversion von „Wild One“ des Australiers Johnny O’Keefe, umbenannt in „Real Wild Child (Wild One)“.

Der Erfolg, und das letzte Mal

„Blah-Blah-Blah“ erschien im September 1986 bei A&M. Es ist Iggy Pops siebtes Studioalbum und mit Abstand sein grösster kommerzieller Erfolg.

Es war zugleich das letzte Mal, dass er und Bowie zusammenarbeiteten. Ihre zehn Jahre zuvor in Berlin begonnene Zusammenarbeit endete in einem Studio am Genfersee, demselben, in dem Bowie „Lodger“ aufgenommen und mit Queen „Under Pressure“ improvisiert hatte.

6. Juli 2023: das dritte Mal auf der Bühne

Iggy Pop kam nicht nur im Studio von Montreux vorbei: Er spielte am Festival. Am 6. Juli 2023 gab er im Auditorium Stravinski sein drittes Konzert am Montreux Jazz Festival, zur 57. Ausgabe.

Das Cover von „Iggy Pop, Live at Montreux Jazz Festival 2023“.
Das Cover von „Iggy Pop, Live at Montreux Jazz Festival 2023“.
Iggy Pop auf der Bühne des Montreux Jazz Festival, 2023.

Er war sechsundsiebzig, hatte gerade das Album „Every Loser“ veröffentlicht und trat vor ausverkauftem Saal auf, begleitet von einer siebenköpfigen Band. Das Programm durchquerte seine gesamte Laufbahn, von den Stooges bis zu den Berliner Platten „The Idiot“ und „Lust for Life“.

Das Konzert erschien unter dem Titel „Live at Montreux Jazz Festival 2023“. Iggy Pop sagte über das Auditorium Stravinski, es zähle für ihn zu den Sälen, die eine Karriere prägen, ebenso wie die Carnegie Hall oder das Opernhaus von Sydney.

Ein Abend im Usine in Genf

Der Dokumentarfilm „David Bowie’s Secret Friend“ erinnert daran, dass auch Iggy Pop, Bowies Freund und künstlerischer Weggefährte, in die Westschweiz kam. An einem Abend stand er im Genfer Usine auf der Bühne, um mit der Band von Sandro Sursock zu singen (watson).

Zugehörige Orte

  • Queen: The Studio ExperienceAusstellungOrt öffnen →
    Queen: The Studio Experience
    © Visit Montreux

    Die kostenlose Ausstellung in den echten Mountain Studios, wo Queen zwischen 1978 und 1995 sieben Alben aufnahm.

  • Montreux Jazz FestivalFestival / Kongresszentrum 2M2COrt öffnen →
    Montreux Jazz Festival
    © Visit Montreux

    Das Herz des Festivals seit 1993: unter einem Dach das Auditorium Stravinski und die Säle, die jeden Sommer die halbe Musikgeschichte empfangen.

In Montreux aufgenommene Musik

1986

Blah Blah Blah

Von David Bowie und David Richards in den Mountain Studios produziert, das Album von Iggy Pops grossem Comeback, getragen vom Hit „Real Wild Child“. Der Leguan und Bowie, Komplizen aus Berliner Zeiten, in Montreux wiedervereint.

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