Montreux Music

Wohnhäuser, Hotels & Restaurants

Caux Palace

Teilen
Caux Palace
Typ
Belle-Époque-Grandhotel / Konzertsaal
Adresse
Rue du Panorama 2, 1824 Caux

1902 auf tausend Metern Höhe erbaut, an den Berghang über Montreux geschmiegt und durch die Bahn Montreux, Glion, Rochers-de-Naye erschlossen, ist das Caux Palace einer der grossen Zeugen der hotelgeschichtlichen Blütezeit der Riviera. Seine gestreckte Silhouette, seine Laubengänge und seine Hunderte von Fenstern trugen ihm früh einen berühmt gebliebenen Vergleich ein: Der junge Pianist Arthur Rubinstein, der sich um 1905 dort aufhielt, als das Haus erst drei Jahre alt war, sah darin „einen unbeweglichen Ozeandampfer“. Musik gab es dort immer: Heute zählt das Palace zu den fünf Spielstätten des Septembre Musical und empfängt jeden Herbst Konzerte, darunter jene der Émergences musicales. Das Gebäude, Sitz von Initiatives of Change (IofC), kann an den von der Stiftung organisierten Thementagen besichtigt werden.

Das Caux-Palace, vom steinernen Dampfer zum Haus der Versöhnung

Ein steinerner Dampfer auf tausend Metern

1902 auf tausend Metern eingeweiht, an den Berghang über Montreux geschmiegt, ist das Caux-Palace das Werk des Architekten Eugène Jost, dem auch das Montreux Palace zu verdanken ist. Mit seiner lang gestreckten Silhouette, seinen Galerien und seinen Hunderten von Fenstern war es eines der grössten und luxuriösesten Palasthotels der Belle Époque. Der junge Pianist Arthur Rubinstein, der um 1905 dort wohnte, verglich es mit „einem reglosen Dampfer“ zwischen See und Himmel.

Das Ende eines goldenen Zeitalters

Das goldene Zeitalter war kurz. Der Erste Weltkrieg liess den Strom der grossen Reisenden versiegen, und die Besucherzahlen erreichten nie wieder ihren Glanz. Zwischen den Kriegen leerten sich die riesigen Bergpaläste, zu teuer im Unterhalt; das Caux-Palace streifte, wie so viele, den Verfall. Sein Schicksal hätte dort enden können, als schlafender Riese über dem See.

1946: Caux, Labor der Versöhnung

1946 erlebte das Palace ein unerwartetes zweites Leben. Schweizer Familien und Freiwillige der Moralischen Aufrüstung kauften es und verwandelten es in ein Begegnungszentrum zum Wiederaufbau des Nachkriegseuropas. In seinen Salons sprachen einstige Feinde miteinander: Caux wurde zu einem der grossen Orte der deutsch-französischen Versöhnung, wo Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer und Robert Schuman vorbeikamen, dazu Delegationen aus Deutschland, Japan und der ganzen Welt. Das Palace tauschte seinen Luxus gegen eine Berufung: Menschen einander näherzubringen.

Musik auf dem Gipfel

Die Musik hat Caux nie verlassen. Nach Rubinstein ist das Palace heute einer der fünf Orte des Septembre Musical und empfängt jeden Herbst Konzerte, darunter jene der Émergences musicales, in aussergewöhnlicher Akustik und Kulisse. Ganz in der Nähe bewahrt der Berg weitere Rückzugsorte von Künstlern, wie die Chalets von Claude Nobs.

Der Pianist Arthur Rubinstein, um 1905 Gast des Caux-Palace.
Der Pianist Arthur Rubinstein, um 1905 Gast des Caux-Palace.

Heute hinauffahren

Man erreicht Caux wie einst mit der Zahnradbahn, die von Montreux über Glion hinaufsteigt, auf der Linie der Rochers-de-Naye. Das Gebäude beherbergt heute während des Schuljahres eine Hotelfachschule, während Initiatives et Changement dort ihre Sommerkonferenzen abhält; man besucht es an den Themen­tagen der Stiftung. Von seiner Terrasse hat sich der Blick auf den Genfersee und die Alpen seit 1902 nicht verändert.

Verbundene Künstler :Arthur RubinsteinFelix Mendelssohn

Auch sehenswert